Mittwoch, 9. März 2011

Bilderrätsel


Ich dachte mir aufgrund des großen Erfolges meines Weihnachtsrätsels stelle ich ab und an mal ein neues. Thematisch möchte ich mich auf wissenschaftlich interessante Bilder beschränken. 

An diesem sehr entlegenen Ort wird in naher Zukunft etwas wunderbares passieren. Wo ist dieser mysteriöse Ort genau, warum gerade dort und was wird dort geschehen?




Jeder kann in der Kommentarsektion mitraten, gegebenfalls gebe ich Tipps und wenn jemand die Lösung findet, gebe ich spannende Zusatzinformationen und tolle Quellen an. Ein Kick auf das Bild vergrößert es und zeigt es in seiner vollen Schönheit.

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                                                               1. Tipp
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Hier die Umgebung des Ortes. Der Berg am Horizont ist der dritthöchste Vulkan der Erde. So, jetzt sollte es einfach sein. Also nochmal: Wo genau? Was genau? Warum genau da?


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                                                               Auflösung
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Tada, wir haben einen Gewinner! Ja, es handelt sich tatsächlich um das European Extremely Large Telescope (E-ELT), das in der Atacamawüste, genauer auf dem Cerro Armazones, im Norden Chiles errichtet wird. Das vorraussichtliche Jahr der Inbetriebnahme wird 2018 sein. Die Astrophysiker, im Volksmund Astronomen genannt, haben für den genauen Zeitpunkt sogar einen eigenen Begriff. Sie sprechen von First Light. Das ist ein magischer Moment in ihrer Zunft und wird weltweit gefeiert (meist unter Ausschluß der uninteressierten Öffentlichkeit)
Die Atacamawüste ist die trockendste Wüstenregion der Welt (Eiswüsten ausgenommen) und bietet mit 350 wolkenfreien Nächten im Jahr ideale Bedingungen für astrophysikalische Messungen.   

Standort von 51 Pegasi auf der Sternenkarte
Aber warum spreche ich überhaupt davon? Unbemerkt von der ungebildeten, desinteressierten Öffentlichkeit spielt sich seit ca. 10-15 Jahren eine beispiellose Revolution dieser Wissenschaftsdisziplin ab. Das goldene Zeitalter der Astronomie ist JETZT und niemand nimmt davon Notiz! Seit Kopernicus und Galilei sind nicht mehr so bedeutende Entdeckungen auf dem Gebiet der Astronomie gemacht worden wie im letzten Jahrzehnt.

Die Wissenschaftshistoriker des 22zigsten Jahrhunderts werden den 6. Oktober 1995 als den Tag der Renaissance der Astrophysik feiern; leider vermutlich unbemerkt vom Rest des degenerierten Mobs. An diesem Tag nämlich geschah ein wissenschaftlicher Durchbruch ersten Ranges, der unser Weltbild noch fundamental verändern wird.
Die Wissenschaftler Michel Mayor und Didier Queloz entdeckten unter Zuhilfenahme der Radialgeschwindigkeitsmethode 51 Pegasi b, den ersten Extrasolaren Planeten.

Mit Stand vom 11. März 2011 wurden in insgesamt 449 Planetensystemen 538 Planeten nachgewiesen. 55 Systeme wiesen mehrere Planeten auf. Der letzte wurde vorgestern in 586,8 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Wassermann entdeckt und trägt den wenig medialen Namen HU Aqr(AB) c. Er hat 4,5 Jupitermassen und umkreist seinen Stern, genauer gesagt ein Binärsystem aus zwei Sternen, in 11,9 Jahren.
51 Pegasi in Nahaufnahme
Diese unfassbare Anzahl von Planeten, die in so kurzer Zeit entdeckt wurden markieren einen bedeutenden Schritt auf der Suche nach dem heiligen Gral der Astrophysik: Der Entdeckung eines Gesteinsplaneten innerhalb der habitablen Zone flüssigen Wassers um einen Stern der Spektralklasse G2V. Oder, laienhaft ausgedrückt, die Suche nach einer zweiten Erde. Für ganz entrückte: Ein Planet der Minshara-Klasse.
Niemand interessiert sich dafür, aber wir sind GANZ NAH DRAN! Die große Mehrzahl der aufgeführten Planeten wurde am VLT-Interferometer in Paranal entdeckt. Aber leider reicht selbst sein Auflösungsvermögen von 0.002 Bogensekunden bei einer Wellenlänge von 2 Mikrometern nicht aus, um einen solchen Planeten nachzuweisen.
Hier kommt das Extremely Large Telescope ins Spiel, seine optischen Instrumente addieren sich zu einem Spiegel mit einem Durchmesser von 42 Metern. Es fängt 15 mal mehr Licht ein als jedes derzeit betriebene Teleskop.
Die Frage, ob Leben auf anderen Planeten möglich ist, wird noch zu unseren Lebzeiten beantwortet werden!

Hier gibt es noch einen tollen Link für alle, die sich näher mit dem Thema beschäftigen wollen. Die ESO hat einen hervorragenden Podcast von allen wichtigen Entdeckungen und Dingen die in der Wüste von Chile so stattfinden.


Und für die ganze Schreiberei belohne ich mich jetzt mit einer der besten Episoden aus dem Star Treck Universum: "In a Mirror, darkly". Vorsicht, nur für ganz harte Fans!

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