Mittwoch, 15. Juni 2011

Alle lieben Dirk!



konnte Leuten aufs Maul hauen: Max Schmeling
Jede Nation hat ihre Sportidole. Vorraussetzung für eine solche Adelung ist meistens eine erstmalig erbrachte Leistung in einer Sportart. Alle Sportler, die danach kommen, müssen diese übertreffen, um wahrgenommen zu werden. Aber sie werden niemals die ersten sein.
In Deutschland wären das Max Schmeling, der am 12. Juli 1930 Boxweltmeister im Schwergewicht wurde. Nein, nicht gegen den bis dato unbesiegbaren
Joe Louis, sondern gegen Jack Sharkey und zwar durch Disqualifikation seines Gegners nach einem Tiefschlag. Dieser Sieg taugt nicht für eine Heldenverehrung, weswegen er eigentlich immer durch seinen Sieg gegen Joe Louis im Gedächtniss der Nation bleiben wird. Seine vielbeachtete Niederlage im Weltmeisterschaftskampf gegen den Neger Louis brachte ihm bei den Nazis eine Kriegsteilnahme als Fallschirmspringer bei einer Luftlandeoperation in Kreta (7.Welle) ein. Passte wohl nicht so in ihr arisches Menschenbild. 
Sich gegenseitig aufs Maul hauen? Abgehakt!

Der siebenmalige Formel 1-Weltmeister Michael Schuhmacher ist auch so ein Fall. Egal was der amtierende Weltmeister und derzeit mit weitem Abstand in der Weltcupwertung führende Sebastian Vettel auch macht: Der Schatten von 7 Weltmeisterschaften ist so lang und dunkel, die zu brechenden Rekorde so entsetzlich weit weg, das die Nation mit Formel 1 immer zuerst Michael Schuhmacher verbinden wird.
Mit sauteuren, lauten Autos im Kreis fahren? Abgehakt!

Franz Beckenbauer hat als Spieler und Trainer die deutsche Fußball-Nationalmanschaft zur Weltmeisterschaft geführt. Als Spieler war er der Kaiser, als Trainer die Lichtgestalt. Harald Schmidt hat das hier in einem der größten Momente seiner LateNight-Show unnachahmlich erklärt.
Mit 10 Freunden gegen einen Fußball treten? Abgehakt!

Steffi Graf und Boris Becker werden durch ihre Siege immer mit dem Tennis in Verbindung gebracht. Und das obwohl letzerer nur 3 Monate Nummer 1 der Weltrangliste war und das Männer-Tennis mitnichten so dominierte wie Steffi Graf das Frauen-Tennis. Nach seiner aktiven Zeit machte er allerdings überwiegend negative Schlagzeilen. 
Auf eine gelbe Filzkugel mit einem Schläger einprügeln? Abgehakt!

Der tragischte deutsche Sportheld ist sicher Jan Ulrich. Er hat erstmals die Tour de France gewonnen, das bedeutendste Radrennen der Welt. Da sich die Sportart aber durch systematisches Doping bis heute total diskreditiert hat und er selbst wohl auch nicht unbeteiligt daran war, wird er nur noch als Lügner und Gedopter wahrgenommen. Trotzdem:
Mit einem Fahrrad stundenlang unwirtliche Passstraßen hoch- und runterfahren und dabei Rudi Altigs immer gleiche Anekdoten anhören müssen? Abgehakt!

Jaja, ich weiß! Es gibt noch andere in anderen Sportarten. Aber die finden nur statt, wenn der Fußballblock in der Sportschau vorbei war oder gerade Olympische Spiele waren.

Bernhard Langer (mit einem Schläger einen Ball auf einem gepflegten Rasen möglichst weit schlagen) oder Michael Groß (in einen Swimming Pool springen und möglichst schnell ans andere Ende gelangen) fallen mir da ein. Aber die kennen heute nur noch Leute, für die Twix Raider hieß oder für die S&M ein Album von Metallica ist und nicht ein Song von Rihanna.

Seit Montagmorgen gibt es nun ein weiteres Sportidol. Der Power Forward Dirk Nowitzki hat mit seinem Team, den Dallas Mavericks, die nordamerikanische Landesmeisterschaft im Basketball gewonnen. Und, interessiert das irgendeine Sau wenn ein Deutscher in einer ausländischen Profiliga den Meistertitel gewinnt? In diesem Fall sollte es das! Die NBA ist nämlich das Maß aller Dinge, wenn es darum geht einen Ball in einen Korb zu werfen (pardon: zu schiessen). Leider fand dies, wie zu Max Schmelings Zeiten, quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Dirk Nowitzki is BIG in Amerika! Er ist derzeit wohl der bekannteste lebende Deutsche in den Vereinigten Staaten und das trotz seines für amerikanische Zungen wohl unaussprechlichen Namens. Seine Verehrung (in Dallas) nimmt wirklich krasse Züge an, was die beiden folgenden kurzen Filme verdeutlichen. Sie zeigen die Introduction der beiden wichtigsten Spieler der Finalteams Dallas Mavericks (Nowitzki) und Miami Heat (Lebron James).




Wenn das nicht Liebe ist? Dann weiß ichs auch nicht mehr. Man stelle sich so etwas in der Bundesliga vor. Undenkbar! Jimmy Kimmel, der Moderator im Bild, ist nicht irgendein Unbekannter, den kennt jeder in den USA, vergleichbar mit Harald Schmidt oder Stefan Raab.

Bälle in Körbe werfen? Abgehakt!

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