Nach einer beschwerlichen Herbstwanderung im thüringischen unteren Werrabergland von der Burgruine Hanstein zum Aussichtspunkt Teufelskanzel mit Blick auf die Werraschleife und das nordhessische Bergland kam mir aufgrund meiner umfassenden humanistischen Bildung (*hust*) folgendes Rilke-Gedicht in den Sinn (*doppelhust*):
| Mein lyrisches Ich weint heiße Tränen! |
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Die versammelte Kinderschar, völlig unbeeindruckt von der herbstlichen Szenerie und dem sich ausbreitenden lyrischen Weltschmerz, pinkelte derweil fröhlich in den Wald! Aber euch wird noch das Lachen vergehen, denn:
Winter is coming!
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