Samstag, 27. Oktober 2012

Edictum



Ich tue hiermit kund und zu wissen, dass ich ab Mittwoch, dem 31. Oktober um 9:00 Uhr in der Schön-Klinik Bad Bramstedt behandelt werde. Die Dauer meines Aufenthalts beträgt nicht unter, jedoch möglicherweise wesentlich mehr als 14 Wochen.  

Aufgrund der Schwere und der jahrelangen Progression der Erkrankung ist auch nach diesem langen Behandlungszeitraum nicht mit einer vollständigen Remission zu rechnen. Minimalziel und eine realistische Erwartung ist eine lebenslange, mehr oder weniger engmaschige therapeutische Diagnostik bzw. Behandlung mit oder ohne Zugabe von Psychopharmaka bei Bewältigung des Alltags.

Da dies für einige Leute der erste Post meines Blogs ist, den sie lesen werden hier noch einmal zu Klärung:

Ich leide an einer sich aus einer subklinischen Dysthymie entwickelten chronisch-progredientenunipolar-rezidivierendendepressiven Störung mit schweren depressiven Episoden unter Beteiligung psychotischer Symptome bei progressivermultipler KomorbiditätEinige Symptome der Depression sind so schwer, das sie bereits als eigene Krankheiten klassifiziert werden. Eine Auflistung der Symptome erspare ich mir hier, dass kann man in früheren Posts ausführlich nachlesen. 

An dieser Diagnose haben über einen Zeitraum von mehr als 2 1/2 Jahren insgesamt 8 Fachärzte (zwei davon   Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) und drei Psychologen mitgewirkt. Unter der Last dieser akademischen Expertise ist meine Krankenkasse dann auch recht schnell zusammengebrochen und hat nicht einmal gezuckt. Die Bewilligung der Behandlung, die sicher im hohen fünfstelligen Bereich anzusiedeln ist, ging einfach durch.

Zur Besuchsregelung muss jedem klar sein, das ich mich zunächst in ein nordkoreanisches Gulag begebe. Ich antworte auf keine Mails, ich öffne keine Briefe, ich nehme keinen Besuch entgegen. Jeglicher Kontakt geht nur in eine Richtung, nämlich in die entgegengesetzte! Konkret bedeutet dies, das die Ärzte meine Post lesen und dann entscheiden, ob mir der Inhalt zuzumuten ist. Bei guter Führung wird mir dann bestimmt auch ein Besuch erlaubt ^^. Personen, die meine Depression triggern, namentlich meine Eltern und gewisse Prinzessinnen  aus dem Herzogtum Lauenburg samt ihrem Gesinde wird ein Besuch vermutlich über die volle Zeit des Aufenthalts verwehrt bleiben. Das ist zwar bedauerlich, aber der Umgang mit diesen Personen ist ungefähr so, als würde ich die Hand über eine Kerze halten und zu mir sagen: "Der Trick ist, sich nichts anmerken zu lassen!" 

Ungefähr so!





Ich werde jedoch versuchen hier auf diesem Blog wöchentlich Informationen an der Zensur der kommunistischen Machthaber vorbeizuschmuggeln. Gleichzeitig dient es der Selbstkontrolle, denn ich werde unter dem Einfluss mächtiger persönlichkeitsverändernder Drogen stehen.  

Ich darf sagen, das ich nach ungezählten Arztbesuchen über Jahre hinweg froh bin, das es endlich los geht. Um ganz ehrlich zu sein, ich habe mir kein halbes Jahr mehr gegeben. Die Mortalitätsrate bei dieser Diagnose ist absurd hoch.