Dienstag, 30. November 2010

(RS)-1-(3-Dimethylaminopropyl)- 1-(4-fluorphenyl)- 3H-2-benzofuran-5-carbonitril

Heute mal wieder eine Nachricht in eigener Sache. 
Der heutige Besuch beim Neurologen begann zunächst mit einem 20-minütigen EEG. Diese neurologische Standartuntersuchung  diente nur zum differentialdiagnostischen Ausschluß hirnorganischer Schädigungen als Ursache für meine depressive Störung. Die Krankheit selber kann man damit eher nicht diagnostizieren.

Hirnstrommessung
Da ich meines Wissens nach in letzter Zeit nicht auf den Kopf gefallen war versuchte ich alles um diese geldschneiderische Untersuchung zu sabotieren. Die MTA legte mir die Haube auf, prüfte die Kontakte und ließ die verschiedenen Programme ablaufen. Zwischendurch wurde mir gesagt ich solle die Augen auf und zu machen. Das Mädel ging zwischendurch immer mal wieder raus.

Als mir gesagt wurde ich solle mich entspannen tat ich genau das Gegenteil und multiplizierte dreistellige Zahlen (z.B. 836 * 123), sagte die amerikanischen Präsidenten rückwärts auf, hielt eine Minute lang die Luft an und hyperventilierte. Man glaubt nicht wie einem nach 15 Minuten dabei der Schweiß auf der Stirn stehen kann.

Nach 20 Minuten schaut mich die MTA besorgt an und fragt mich, ob ich denn gestresst sei? Ich setze mein gewinnenstes Lächeln auf und sage nur: 

"Wie kommen Sie denn darauf, ich bin die Ruhe selbst!"

5 Minuten länger bei dieser Tortur und ich hätte auf den Boden gekotzt, so anstrengend war das. Naja, es beschleunigte auf jeden Fall meine Besprechung beim Neurologen.

Er sagte mir, das ich leicht gestresst sei, dass hirnorganisch aber alles in Ordnung sei. Danach haben wir ungefähr eine halbe Stunde geredet und er entließ mich mit einer Überweisung für einen Psychotherapeuten meiner Wahl (ich muss ihn mir selber aussuchen). Auf dem Überweisungsträger steht:

Lang anhaltende hochgradige depressive Störung, Psychotherapie (tiefenpsychologisch orientiert) indiziert

Citalopram
Außerdem verschrieb er mir Citalopram, ein Psychopharmakon aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren.
Freunde der Nacht, das ist mal keine Kopfschmerzpille! Der Beipackzettel ist rund einen halben Meter lang, 8 punkt - einzeilig. Wie man an der Abbildung leicht sehen kann ist Citalopram chiral, das heisst es existieren zwei Stereoisomere, die im meinem Fall wohl als Racemat im Verhältniss 1:1 vorliegen.

Um der geneigten exklusiven Leserschaft mal eine kleine Kostprobe zu geben habe ich unten die Nebenwirkungen eingefügt. Das ist wirklich heavy sick shit! 
Nunja, um die Wirkung abschätzen zu können habe ich meinem weißrussischen Freund mal die 4 fache Tagesdosis zukommen lassen.
Leider ist das keine Wachmachpille wenn es für die Abgabe der Examensarbeit mal knapp wird, wie mir nach diesem Feldversuch berichtet wurde.






Welche Nebenwirkungen sind möglich?


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?

Achtung:
Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während einer antidepressiven Therapie oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (Lesen Sie bitte Abschnitt 2.2 "Besondere Vorsicht bei der Einnahme").

Psyche
Sehr häufig: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, starke Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität.
Häufig: Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, verändertes Träumen, Gedächtnisstörung (Amnesie), Angst, Libidoabnahme, gesteigerter Appetit, Appetitlosigkeit (Anorexie), Teilnahmslosigkeit (Apathie), Selbstmordversuche, Verwirrtheit. Gelegentlich: Euphorie, Libidosteigerung.
Außerdem: Halluzinationen, krankhafte Hochstimmung (Manie), Entfremdungserlebnisse (Depersonalisation), Panikattacken (diese Symptome können mit der Grunderkrankung zusammenhängen).

Nervensystem
Sehr häufig: Kopfschmerzen, Zittern, Schwindel.
Häufig: Migräne, Empfindungsstörungen (Parästhesien).
Gelegentlich: Extrapyramidale Störungen, Krampfanfälle.

Herz-Kreislauf
Sehr häufig: Herzklopfen.
Häufig: erhöhter Puls Tachykardie), Blutdruckabfall bei Lagewechsel (orthostatische Hypotonie), Blutdruckabfall (Hypotonie), Bluthochdruck (Hypertonie).
Gelegentlich: verlangsamter Puls (Bradykardie).
Außerdem: Herzrhythmusstörungen (supraventrikulär und ventrikulär)

Magen-Darm-Trakt
Sehr häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Durchfall.
Häufig: Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, erhöhter Speichelfluss.

Nieren- und Harnwege
Häufig: Störungen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen (Polyurie).

Stoffwechsel und Ernährung
Häufig: Gewichtsverlust oder -zunahme.

Leber-Galle-System
Gelegentlich: Anstieg der Leberenzyme.

Atemwege
Häufig: Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).
Gelegentlich: Husten.

Geschlechtsorgane/Sexualität WTF!
Häufig: Ejakulationsstörungen, Orgasmusstörungen bei der Frau, Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe), Impotenz.
Außerdem: milchige Absonderung aus der Brustdrüse (Galaktorrhoe).

Haut
Sehr häufig: vermehrtes Schwitzen.
Häufig: Ausschlag (Rash), Juckreiz (Pruritus).
Gelegentlich: Lichtüberempfindlichkeit (fotosensibilität)
Außerdem: schmerzhafte Haut- und Schleimhautschwellung (Angioödem).

Sinnesorgane
Sehr häufig: Akkommodationsstörungen der Augen.
Häufig: Sehstörungen, Geschmacksstörungen.
Gelegentlich: Ohrgeräusche (Tinnitus).

Muskeln, Knochen und Gelenke
Gelegentlich: Muskelschmerzen.
Außerdem: Gelenkschmerzen.

Allgemein
Sehr häufig: Kraftlosigkeit.
Häufig: Müdigkeit, Gähnen.
Gelegentlich: Allergische Reaktionen, Synkope, Unwohlsein.
Außerdem: Schwere Unverträglichkeitsreaktionen mit Symptomen ähnlich einer allergischen Reaktion.
Selten: Abnorme Blutungen wie Hautblutungen (Ekchymosen, Purpura), Magen-Darm-Blutungen, gynäkologische Blutungen, Haut- und Schleimhautblutungen, Serotonin-Syndrom.

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