Freitag, 26. November 2010

Really Simple Syndication

Es ist ein Gemeinplatz, das wir in einem Informationszeitalter leben, das wir vielfach überfordert sind von der schieren Menge an Information, das der tägliche Medienwahnsinn nur noch durch konsequente Verweigerung zu ertragen ist, weil das Niveau der Fernsehsender immer neue Tiefen erreicht. 
Gutenberg-Bibel

Darüber mag man sich mokieren, in einen bildungsbürgerlichen Kulturpessimismus verfallen, sich seufzend in
 den Ohrensessel setzen und eine Wochenzeitung oder ein gutes Buch in die Hand nehmen und versichert sein, das die Welt früher eine bessere war.

Die Realität aber ist das wir in zunehmendem Maße Informationen aus dem Internet aufnehmen. Heutzutage ist das festhalten an Zeitungen und Wochenmagazinen nur noch ein nostalgisches. Ihre Redaktionsdeadlines machen sie einfach zu träge und das einzige was wirklich für sie spricht ist, das man sie überall lesen kann. 

Ok, also Internet! Aber wie? Wenn man mit dem Ziel sich zu informieren online geht machte man das bisher auf zwei Arten. Entweder man weiß wo die Information ist und bewegt sich zielsicher dorthin oder man geht sie suchen. Letzteres kann unfassbar aufwendig sein. Und selbst wenn man weiß wo die Information ist, im Falle von aktuellen Nachrichten vielleicht ein Nachrichtenportal wie Spiegel online, führt das letztlich nur dazu, dass man sich konservativ auf eine eine einzige Quelle stürzt und dadurch auf die Dauer ziemlich eindimensional wird. Wer hat noch Zeit vielleicht eine zweite Quelle anzuzapfen? Außerdem erschweren Werbung, Bilder, Videos, Pop-ups und manchmal sogar noch Musik die Suche nach einem Artikel auf einer Webseite.

RSS-Symbol
Die Lösung ist es die Mühe der Informationsbeschaffung umzukehren. Wie wäre es, wenn Webseiten, Blogs und Nachrichtenportale mich darüber informieren, wenn neue Artikel veröffentlicht werden? Möglichst sortiert nach Thema und Wichtigkeit.

Technisch umgesetzt wird das durch sogenannte RSS-Feeds. Das sind im wesentlichen Schlagzeileninformationen, die Webseiten an jene senden, die sie abonnieren. Fast jede Webseite hat sie und für das Abonnieren muss ich im wesentlichen nur das orangene Symbol suchen und darauf klicken. Viele Browser bieten dieses Symbol gleich in der URL-Box an. Nachrichtenportale wie Spiegel online haben Dutzende von Feeds für unterschiedliche Themen oder sortiert nach Wichtigkeit.
RSS-Feed von einestages

Und wie sortiere ich die abonnierten Informationen? Dafür gibt es sogenannte Feed-Reader. Dies sind Programme, die diese Informationen verarbeiten und darstellen. Allerdings muss man heutzutage nichts mehr runterladen und installieren. Der Google Reader z.B. ist eine Webseite, wo man sich nach der Anmeldung alles prima anzeigen lassen kann, ähnlich wie die Emails bei GMX, Web.de oder Google Mail.
Zwei Beispiele sollen hier einmal verdeutlichen wie das Ergebnis aussieht.


einestages - Zeitgeschichten auf Spiegel online


Dies ist eine Kolumne, die sehr gute Artikel von Zeitzeugen beinhaltet. Die Themen rangieren von lustig (Drogenpartys bei Ike Turner - Der Trip zum Nasenkönig) bis todernst  (Liquidator in Tschernobyl: "Fünf Meter - der Unterschied zwischen Leben und Tod").
Der RSS-Feed von einestages beinhaltet nach Zeit sortiert alle Artikel, die dieser Rubrik je erschienen sind. Man  kann sie sich entweder als Schlagzeile mit dem ersten Satz anzeigen lassen wie hier, oder aufgeklappt mit dem ersten Absatz und mit einem Bild. Ein Klick genügt und man ist dann beim Artikel.


RSS-Feeds verschiedener deutschen Medien
Eine spezifische Informationsquelle lässt sich damit also sehr gut verfolgen, aber dafür kann ich ja gleich auf die Webseite gehen oder?

Die wahre Stärke von RSS-Feeds spielt sich aus, wenn ich Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenfassen will. Zum Beispiel die Topmeldungen der 40 größten deutschen Printmedien.
Grundsätzlich lässt sich jedes Thema so zusammen-fassen und ein Pressespiegel erstellen.

Und es ist kinderleicht, da mir für jedes RSS-Feed 5-10 andere zum gleichen Thema vorgeschlagen werden ohne das ich die Webseite je aufsuchen müsste. So hab ich mal schnell in 5 Minuten die 20 wichtigsten Blogs zum Thema Blog-Design abonniert.

Jetzt wird sich jeder Fragen, das kann doch alles niemand lesen! Stimmt, mein Nachrichtenpool generiert insgesamt ca. 800-1000 Meldungen pro Tag. Soviel Zeit hat kein Mensch. Der Reader merkt sich aber jeden Artikel den ich gelesen habe und zu welchem Thema er gehört und sortiert die Nachrichten mit der Zeit nach meinen persönlichen Präferenzen wie Politik oder Geschichte oder auch nach Regionen.

Fazit


RSS-Feeds sind eine absolute Killerapplikation. Informationen auf diese Weise zu sortieren spart unglaublich viel Zeit und man ist in kürzester Zeit optimal informiert. Es ist eines dieser Dinge im Leben, wo man beim ersten Anfassen weiß: Nie wieder ohne! Das ganze rumgesuche auf Webseiten für die Informationen, die mich interessieren entfällt. Keine Werbung, die mich ablenkt, keine Bilder, die Bandbreite fressen. Superschnell, superaktuell.

Was meint Ihr dazu? Schonmal davon gehört? Naja, jetzt wisst ihr Bescheid.






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