Dienstag, 30. November 2010

(RS)-1-(3-Dimethylaminopropyl)- 1-(4-fluorphenyl)- 3H-2-benzofuran-5-carbonitril

Heute mal wieder eine Nachricht in eigener Sache. 
Der heutige Besuch beim Neurologen begann zunächst mit einem 20-minütigen EEG. Diese neurologische Standartuntersuchung  diente nur zum differentialdiagnostischen Ausschluß hirnorganischer Schädigungen als Ursache für meine depressive Störung. Die Krankheit selber kann man damit eher nicht diagnostizieren.

Hirnstrommessung
Da ich meines Wissens nach in letzter Zeit nicht auf den Kopf gefallen war versuchte ich alles um diese geldschneiderische Untersuchung zu sabotieren. Die MTA legte mir die Haube auf, prüfte die Kontakte und ließ die verschiedenen Programme ablaufen. Zwischendurch wurde mir gesagt ich solle die Augen auf und zu machen. Das Mädel ging zwischendurch immer mal wieder raus.

Als mir gesagt wurde ich solle mich entspannen tat ich genau das Gegenteil und multiplizierte dreistellige Zahlen (z.B. 836 * 123), sagte die amerikanischen Präsidenten rückwärts auf, hielt eine Minute lang die Luft an und hyperventilierte. Man glaubt nicht wie einem nach 15 Minuten dabei der Schweiß auf der Stirn stehen kann.

Nach 20 Minuten schaut mich die MTA besorgt an und fragt mich, ob ich denn gestresst sei? Ich setze mein gewinnenstes Lächeln auf und sage nur: 

"Wie kommen Sie denn darauf, ich bin die Ruhe selbst!"

5 Minuten länger bei dieser Tortur und ich hätte auf den Boden gekotzt, so anstrengend war das. Naja, es beschleunigte auf jeden Fall meine Besprechung beim Neurologen.

Er sagte mir, das ich leicht gestresst sei, dass hirnorganisch aber alles in Ordnung sei. Danach haben wir ungefähr eine halbe Stunde geredet und er entließ mich mit einer Überweisung für einen Psychotherapeuten meiner Wahl (ich muss ihn mir selber aussuchen). Auf dem Überweisungsträger steht:

Lang anhaltende hochgradige depressive Störung, Psychotherapie (tiefenpsychologisch orientiert) indiziert

Citalopram
Außerdem verschrieb er mir Citalopram, ein Psychopharmakon aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren.
Freunde der Nacht, das ist mal keine Kopfschmerzpille! Der Beipackzettel ist rund einen halben Meter lang, 8 punkt - einzeilig. Wie man an der Abbildung leicht sehen kann ist Citalopram chiral, das heisst es existieren zwei Stereoisomere, die im meinem Fall wohl als Racemat im Verhältniss 1:1 vorliegen.

Um der geneigten exklusiven Leserschaft mal eine kleine Kostprobe zu geben habe ich unten die Nebenwirkungen eingefügt. Das ist wirklich heavy sick shit! 
Nunja, um die Wirkung abschätzen zu können habe ich meinem weißrussischen Freund mal die 4 fache Tagesdosis zukommen lassen.
Leider ist das keine Wachmachpille wenn es für die Abgabe der Examensarbeit mal knapp wird, wie mir nach diesem Feldversuch berichtet wurde.






Welche Nebenwirkungen sind möglich?


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?

Achtung:
Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während einer antidepressiven Therapie oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (Lesen Sie bitte Abschnitt 2.2 "Besondere Vorsicht bei der Einnahme").

Psyche
Sehr häufig: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, starke Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität.
Häufig: Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, verändertes Träumen, Gedächtnisstörung (Amnesie), Angst, Libidoabnahme, gesteigerter Appetit, Appetitlosigkeit (Anorexie), Teilnahmslosigkeit (Apathie), Selbstmordversuche, Verwirrtheit. Gelegentlich: Euphorie, Libidosteigerung.
Außerdem: Halluzinationen, krankhafte Hochstimmung (Manie), Entfremdungserlebnisse (Depersonalisation), Panikattacken (diese Symptome können mit der Grunderkrankung zusammenhängen).

Nervensystem
Sehr häufig: Kopfschmerzen, Zittern, Schwindel.
Häufig: Migräne, Empfindungsstörungen (Parästhesien).
Gelegentlich: Extrapyramidale Störungen, Krampfanfälle.

Herz-Kreislauf
Sehr häufig: Herzklopfen.
Häufig: erhöhter Puls Tachykardie), Blutdruckabfall bei Lagewechsel (orthostatische Hypotonie), Blutdruckabfall (Hypotonie), Bluthochdruck (Hypertonie).
Gelegentlich: verlangsamter Puls (Bradykardie).
Außerdem: Herzrhythmusstörungen (supraventrikulär und ventrikulär)

Magen-Darm-Trakt
Sehr häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Durchfall.
Häufig: Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, erhöhter Speichelfluss.

Nieren- und Harnwege
Häufig: Störungen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen (Polyurie).

Stoffwechsel und Ernährung
Häufig: Gewichtsverlust oder -zunahme.

Leber-Galle-System
Gelegentlich: Anstieg der Leberenzyme.

Atemwege
Häufig: Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).
Gelegentlich: Husten.

Geschlechtsorgane/Sexualität WTF!
Häufig: Ejakulationsstörungen, Orgasmusstörungen bei der Frau, Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe), Impotenz.
Außerdem: milchige Absonderung aus der Brustdrüse (Galaktorrhoe).

Haut
Sehr häufig: vermehrtes Schwitzen.
Häufig: Ausschlag (Rash), Juckreiz (Pruritus).
Gelegentlich: Lichtüberempfindlichkeit (fotosensibilität)
Außerdem: schmerzhafte Haut- und Schleimhautschwellung (Angioödem).

Sinnesorgane
Sehr häufig: Akkommodationsstörungen der Augen.
Häufig: Sehstörungen, Geschmacksstörungen.
Gelegentlich: Ohrgeräusche (Tinnitus).

Muskeln, Knochen und Gelenke
Gelegentlich: Muskelschmerzen.
Außerdem: Gelenkschmerzen.

Allgemein
Sehr häufig: Kraftlosigkeit.
Häufig: Müdigkeit, Gähnen.
Gelegentlich: Allergische Reaktionen, Synkope, Unwohlsein.
Außerdem: Schwere Unverträglichkeitsreaktionen mit Symptomen ähnlich einer allergischen Reaktion.
Selten: Abnorme Blutungen wie Hautblutungen (Ekchymosen, Purpura), Magen-Darm-Blutungen, gynäkologische Blutungen, Haut- und Schleimhautblutungen, Serotonin-Syndrom.

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Freitag, 26. November 2010

Really Simple Syndication

Es ist ein Gemeinplatz, das wir in einem Informationszeitalter leben, das wir vielfach überfordert sind von der schieren Menge an Information, das der tägliche Medienwahnsinn nur noch durch konsequente Verweigerung zu ertragen ist, weil das Niveau der Fernsehsender immer neue Tiefen erreicht. 
Gutenberg-Bibel

Darüber mag man sich mokieren, in einen bildungsbürgerlichen Kulturpessimismus verfallen, sich seufzend in
 den Ohrensessel setzen und eine Wochenzeitung oder ein gutes Buch in die Hand nehmen und versichert sein, das die Welt früher eine bessere war.

Die Realität aber ist das wir in zunehmendem Maße Informationen aus dem Internet aufnehmen. Heutzutage ist das festhalten an Zeitungen und Wochenmagazinen nur noch ein nostalgisches. Ihre Redaktionsdeadlines machen sie einfach zu träge und das einzige was wirklich für sie spricht ist, das man sie überall lesen kann. 

Ok, also Internet! Aber wie? Wenn man mit dem Ziel sich zu informieren online geht machte man das bisher auf zwei Arten. Entweder man weiß wo die Information ist und bewegt sich zielsicher dorthin oder man geht sie suchen. Letzteres kann unfassbar aufwendig sein. Und selbst wenn man weiß wo die Information ist, im Falle von aktuellen Nachrichten vielleicht ein Nachrichtenportal wie Spiegel online, führt das letztlich nur dazu, dass man sich konservativ auf eine eine einzige Quelle stürzt und dadurch auf die Dauer ziemlich eindimensional wird. Wer hat noch Zeit vielleicht eine zweite Quelle anzuzapfen? Außerdem erschweren Werbung, Bilder, Videos, Pop-ups und manchmal sogar noch Musik die Suche nach einem Artikel auf einer Webseite.

RSS-Symbol
Die Lösung ist es die Mühe der Informationsbeschaffung umzukehren. Wie wäre es, wenn Webseiten, Blogs und Nachrichtenportale mich darüber informieren, wenn neue Artikel veröffentlicht werden? Möglichst sortiert nach Thema und Wichtigkeit.

Technisch umgesetzt wird das durch sogenannte RSS-Feeds. Das sind im wesentlichen Schlagzeileninformationen, die Webseiten an jene senden, die sie abonnieren. Fast jede Webseite hat sie und für das Abonnieren muss ich im wesentlichen nur das orangene Symbol suchen und darauf klicken. Viele Browser bieten dieses Symbol gleich in der URL-Box an. Nachrichtenportale wie Spiegel online haben Dutzende von Feeds für unterschiedliche Themen oder sortiert nach Wichtigkeit.
RSS-Feed von einestages

Und wie sortiere ich die abonnierten Informationen? Dafür gibt es sogenannte Feed-Reader. Dies sind Programme, die diese Informationen verarbeiten und darstellen. Allerdings muss man heutzutage nichts mehr runterladen und installieren. Der Google Reader z.B. ist eine Webseite, wo man sich nach der Anmeldung alles prima anzeigen lassen kann, ähnlich wie die Emails bei GMX, Web.de oder Google Mail.
Zwei Beispiele sollen hier einmal verdeutlichen wie das Ergebnis aussieht.


einestages - Zeitgeschichten auf Spiegel online


Dies ist eine Kolumne, die sehr gute Artikel von Zeitzeugen beinhaltet. Die Themen rangieren von lustig (Drogenpartys bei Ike Turner - Der Trip zum Nasenkönig) bis todernst  (Liquidator in Tschernobyl: "Fünf Meter - der Unterschied zwischen Leben und Tod").
Der RSS-Feed von einestages beinhaltet nach Zeit sortiert alle Artikel, die dieser Rubrik je erschienen sind. Man  kann sie sich entweder als Schlagzeile mit dem ersten Satz anzeigen lassen wie hier, oder aufgeklappt mit dem ersten Absatz und mit einem Bild. Ein Klick genügt und man ist dann beim Artikel.


RSS-Feeds verschiedener deutschen Medien
Eine spezifische Informationsquelle lässt sich damit also sehr gut verfolgen, aber dafür kann ich ja gleich auf die Webseite gehen oder?

Die wahre Stärke von RSS-Feeds spielt sich aus, wenn ich Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenfassen will. Zum Beispiel die Topmeldungen der 40 größten deutschen Printmedien.
Grundsätzlich lässt sich jedes Thema so zusammen-fassen und ein Pressespiegel erstellen.

Und es ist kinderleicht, da mir für jedes RSS-Feed 5-10 andere zum gleichen Thema vorgeschlagen werden ohne das ich die Webseite je aufsuchen müsste. So hab ich mal schnell in 5 Minuten die 20 wichtigsten Blogs zum Thema Blog-Design abonniert.

Jetzt wird sich jeder Fragen, das kann doch alles niemand lesen! Stimmt, mein Nachrichtenpool generiert insgesamt ca. 800-1000 Meldungen pro Tag. Soviel Zeit hat kein Mensch. Der Reader merkt sich aber jeden Artikel den ich gelesen habe und zu welchem Thema er gehört und sortiert die Nachrichten mit der Zeit nach meinen persönlichen Präferenzen wie Politik oder Geschichte oder auch nach Regionen.

Fazit


RSS-Feeds sind eine absolute Killerapplikation. Informationen auf diese Weise zu sortieren spart unglaublich viel Zeit und man ist in kürzester Zeit optimal informiert. Es ist eines dieser Dinge im Leben, wo man beim ersten Anfassen weiß: Nie wieder ohne! Das ganze rumgesuche auf Webseiten für die Informationen, die mich interessieren entfällt. Keine Werbung, die mich ablenkt, keine Bilder, die Bandbreite fressen. Superschnell, superaktuell.

Was meint Ihr dazu? Schonmal davon gehört? Naja, jetzt wisst ihr Bescheid.






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Donnerstag, 25. November 2010

Todesstrafe in Deutschland - Es gibt sie doch schon!

Aus aktuellem Anlass (Naja, so aktuell auch nicht mehr. Seit die Nordkoreaner rumspinnen, ist der Doppelmord von Bodenfelde in die Panorama-Spalte von Spiegel online gerutscht) und angesichts der verständlichen Entrüstung der Bürger wird dem Ruf nach Todesstrafe in Deutschland nun auch in diesem Blog Raum gegeben.
Wie vielleicht einige von euch wissen, gibt es in der aktuell gültigen Hessischen Landesverfassung immer noch die Todesstrafe. Nachzulesen in Artikel 21. Der Bequemlichkeit halber einfach eingebettet in diesen Post. Man fragt sich manchmal ernsthaft, ob der Weißwurst-Äquator nicht schon südlich von Göttingen beginnt, wenn diese Spaten es nicht schaffen 64 Jahre lang diesen Anachronismus zu beseitigen. 
Aber vielleicht ist das ja gewollt. Hier die Verschwörungstheorie: Im Verteidigungsfall wird unter einem Vorwand Artikel 31 GG "Bundesrecht bricht Landesrecht" einfach abgeschafft und Hessen ist damit als einziges Bundesland berechtigt Menschen hinzurichten. Nebenbei gehört weder Artikel 31 GG noch Artikel 102 GG "Die Todesstrafe ist abgeschafft" zum unabänderlichen Grundrechtskatalog.




und sonst so?

Naja, in Wahrheit brauchte ich nur einen Vorwand, um kickass-mäßig zu demonstrieren das ich einen Weg gefunden habe um Dokumente jeder Art und jeden Formats einzubetten. Man beachte auch den megacoolen, handgefertigten Kalender für das Blog-Archiv in der Seitenleiste.

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Mittwoch, 24. November 2010

Tag-Clouds, Lamas und Wale

Schlagwortwolke

Ich habe jetzt in der Seitenleiste eine sogenannte Tag-Cloud (Schlagwortwolke). Jeder meiner Posts wird ab jetzt unter einem Schlagwort erscheinen, das gewichtet nach Häufigkeit in der Wolke angezeigt wird. Klickt man dort auf das Schlagwort werden nur die Posts, die unter diesem Schlagwort erschienen sind, angezeigt.
Das geht in Blogger eigentlich gar nicht, dafür muss man den Sourcecode selbst verändern. Aber ich hab ja sonst nix zu tun, also hab ich mir mal ein wenig rudimentäres XML beigebracht. 

und sonst?

Soll ja niemand sagen, dass ich immer nur Trübsal blase. Hier mal zwei lustige Videos für Leute, die der englischen Sprache mächtig sind. 













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Kampf mit der Technik


Nach stundenlangem Ringen mit der Technik musste sie sich dann doch ergeben und es war mir möglich einen mp3-Flashplayer ins Blog einzubauen. Der erste Song ist meinem osteuropäischen Freund gewidmet. Eine schöne Erinnerung an Zeiten als die Welt noch einfach und überschaubar war. Es handelt sich leider bereits um die entstalinisierte Version von 1977.





OriginalversionÜbersetzung
Союз нерушимый республик свободных
Сплотила навеки Великая Русь.
Да здравствует, созданный волей народов,
Единый, могучий Советский Союз!
Die unzerbrechliche Union der freien Republiken
vereinigte für die Ewigkeit die große Rus.
Hoch lebe sie, vereinigt durch den Willen der Völker
die einige, mächtige Sowjetunion!
 :Припев:
Славься, Отечество наше свободное,
Дружбы народов надёжный оплот!
Пapтия Лeнинa - cилa нapoднaя
Hac к тopжecтвy кoммyнизмa вeдëт!
 :Kehrreim:
Rühme dich, unser freies Vaterland,
Sichere Festung der Völkerfreundschaft!
Lenins Partei ist die Kraft des Volks
Sie führt uns zum Triumph des Kommunismus!
Cквoзь гpoзы cияло нaм coлнцe cвoбoды
И Лeнин вeликий нaм пyть oзapил
Ha пpaвoe дeлo oн пoднял нapoды,
Ha тpyд и нa пoдвиги нac вдoxнoвил!
Durch die Schrecken schien uns die Sonne der Freiheit,
Und Lenin der Große erleuchtete uns den Weg.
Für die rechte Sache erweckte er die Völker,
Zu Arbeit und Heldentaten regte er uns an!
ПpипeвKehrreim
B пoбeдe бeccмepтныx идeй кoммyнизмa
Mы видим гpядyщee нaшeй cтpaны,
И Kpacнoмy знaмeни cлaвнoй Oтчизны
Mы бyдeм вceгдa бeззaвeтнo вepны!
Im Sieg der unsterblichen Idee des Kommunismus
sehen wir die Zukunft unseres Landes,
und dem roten Banner des ruhmreichen Vaterlandes
bleiben wir immer grenzenlos treu!
ПpипeвKehrreim


Bitte einen Kommentar schreiben, wenn es bei euch nicht klappt. Ich habe nur die Browser Google Chrome und Mozilla Firefox geprüft. Voraussetzung ist die Installation des Adobe Flash Players. 90% aller Browser haben den allerdings schon integriert.

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Freitag, 19. November 2010

2-Amino-3-[4-(4-hydroxy-3,5-diiodophenoxy)- 3,5-diiodophenyl]propansäure

Levothyroxin
So, dies soll nun also das Molekül sein, was mir Linderung verschafft! Ab sofort bin ich angehalten für den Zeitraum von 3 Monaten davon täglich 25mg einzunehmen um meinen Thyreotropintiter von 4.29 µIU/ml auf ein verträgliches Maß abzusenken. Verträgliches Maß ist hierbei der entscheidende Begriff. 
Einige Quellen zufolge liegt dieser Wert bei 2.5 µIU/ml, weil insbesondere Patienten mit lymphozytärer Thyreoiditis in die Kontrollgruppen inkludiert sind. Dies führt dazu, das die Thyreotropinwerte der Referenzgruppen nicht mehr einer Gaußschen Normalverteilung folgen. 
B - Gaußsche Normalverteilung 
Wie Endokrinologen jedoch wissen sollte ein Grenzwert aus dem 95% Konfidenzintervall der logarithmischen Thyreotropinwerte euthyroider Referenzgruppen erstellt werden. Euthyriod bedeutet hier: Patienten ohne auffällige Werte von Thyreoperoxidase- oder Thyroglobulin-Antikörpern, unaufällige biographische und familiäre Anamnese, Abwesenheit von tastbaren oder messbaren Strumae, keine sonographischen Befunde und ohne Medikation.
Hamilton et al. (2008) zeigten jedoch eindeutig, das in einer nach diesen konservativen Richtlinien ausgewählten Referenzgruppe die im Immunochemiluminenz-Verfahren gemessenen, logarithmisch aufgetragenen Thyreotropinwerte sehr wohl einer Gaußschen-Normalverteilung folgen.

So ist es klar als wie der lichte Tag, das das 97,5% Perzentil des TSH-Wertes bei 4.1 µIU/ml liegt.

Würde man 2,5 µIU/ml annehmen (was ungefähr dem 80zigsten Perzentil entspricht) müsste man 16,35 Millionen Menschen in Deutschland ohne irgendwelche Befunde mit Levothyroxin behandeln.

Ok, nach dieser narzisstischen Demonstration eines eitlen Intellekts folgt nun kontrapunktisch der freie Fall ans andere Ende der nach unten offenen Skala des menschlichen Niveaus:






Dieser Artikel wurde auf Wunsch eines Lesers editiert, um Anonymisierung zu gewährleisten. Die Redaktion bittet vielmals um Entschuldigung. 
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Freitag, 12. November 2010

Quid plura?

Nun, die geneigte Leserschaft mag sich fragen wie es nun weiterging. Das Gespräch dauerte ungefähr 15min, in denen ich nochmal zu Symptomen und Krankheitsverlauf Stellung nahm. 
Interessant hierbei ist die Haltung des Therapeuten. In meinem Leben habe ich niemals einem neutraleren Menschen gegenüber gesessen. Wenn ich NEUTRAL sage meine ich völlig unlesbar ohne ihn deswegen unbedingt negativ wahrzunehmen.  Es war seltsam. Seine Aufgabe war die Suizidgefahr einzuschätzen. Da mache   ich mir nichts vor. Jeder Arzt macht bei einem somatischen Befund auch zunächst eine Differentialdiagnose, um Krebs auszuschließen. Das wird selten gegenüber Patienten erwähnt, um sie nicht zu beunruhigen. Er überwies mich an seine Kollegin. Ich habe am 29.11. bei Ihr meinen Antrittstermin. Hätte ich gewusst, das es noch so lange  dauert, hätte ich meine sonderbaren akustischen Wahrnehmungen deutlicher betont und wäre wahrscheinlich in die Kategorie unverzüglich behandeln eingeordnet worden und nicht in die Kategorie demnächst behandeln. Aber wie gesagt, er war unlesbar.
Am Vortag hatte ich noch ein Geschenk erhalten, das ich nun öffnete. Auf der Karte stand:

Quid plura? Sileat in dilectione tua lingua carnis; hoc inquit et loquatur lingua spiritus.

Ernsthaft, als könnte der Tag nicht mehr seltsamer werden! Wer kann schon von sich sagen, jemals eine Abfuhr in Latein erhalten zu haben. Sehr charmant und gebildet ohne Frage, trotzdem muss ich dem entgegnen:

Gratias tibi ago, domina. Haec credam a deo pio, a deo justo, a deo scito? Cruciatus in crucem! Tuus in terra servus, nuntius fui; officium perfeci. Cruciatus in crucem - eas in crucem!

Abends ging ich zur Entspannung noch ein wenig an bemannten Marsmissionen arbeiten.

Wer weiterhin an meinen akustischen Halluzinationen teilhaben möge auf das untere Video klicken. Ich habe allein 2-3 Stunden gebraucht, um die Musik zu identifizieren. Aber wer erinnert sich schon sofort an etwas, was er zuletzt vor 30 Jahren! gehört hat. Der Film ist übrigens ein echter Klassiker und ein vergessenes Juwel aus einer Zeit, wo es noch keine computergenerierten Spezialeffekte gab. 




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Mittwoch, 10. November 2010

Was führt Sie zu uns?

Wie einige hier wissen leide ich an F33, nach der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) ist das eine rezidivierende depressive Störung aus dem Formenkreis der affektiven Störungen. Am Montag, 8.11.2010 wurde diese Selbsteinschätzung nun formal von 2 Ärzten bestätigt. 
Leitsymptome dieser Störung sind: Antriebsverlust, gedrückte Stimmung, gestörter Schlafrhythmus, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle. Darüberhinaus gehen Sie einher mit vielfältigen somatischen  Symptomen, die zu zahlreich sind, um Sie hier alle einzeln aufzuführen.
Im März diesen Jahres ging ich nach recht ausführlicher Lektüre der Literatur und der Selbsteinschätzung, das fast alle Leitsymptome (nicht nur die paar oben aufgeführten) auf mich zutreffen zum Hausarzt. Nahezu sämtliche Tätigkeiten oder Unterlassungen derselben oder auch körperliche Symptome zu meinem Nachteil in den letzten 8 Jahren lassen sich damit recht gut erklären. Als da wären Gewichtszunahme, Psoriasis, exzessiver Gebrauch elektronischer Medien, soziale Phobie usw.
Es wurden diverse somatische Differenzialdiagnosen durchgeführt. Besonders intensiv wurde die Schilddrüse untersucht. Ich brach die Behandlung für ungefähr 6 Monate ab und entschloss mich kürzlich, sie wieder aufzunehmen, da sich zu den üblichen Symptomen kurzzeitig eine akustische Halluzination gesellte. Dies teilte ich dem Hausarzt mit. Mit F33.2 kann man noch leben mit F33.3 nicht mehr. Im Rahmen der Diskussion meiner Blutuntersuchung (Blutzucker und Thyreotropin liegen beruhigenderweise gerade noch so im Normalbereich) teilte ich dies meinem Hausarzt mit. 
Was dann folgte war die schnellste Überweisung, von der ich je gehört habe. Ich hatte die Beschreibung des Symptoms noch nicht beendet, da hielt ich schon den Überweisungsträger in der Hand mit der Anweisung UNVERZÜGLICH zwei Stockwerke höher in die Praxis für Psychotherapie zu gehen. Natürlich konnte ich auf dem Weg dahin nicht widerstehen mir den Überweisungsträger anzusehen. Dort stand: Hochgradige Depression, Vermerk: EILT!
Nun, wer ohne Termin in eine Praxis für Psychotherapie kommt wird normalerweise ausgelacht. Psychotherapeuten können nur wenige Patienten am Tag behandeln und sind in der Regel auf Wochen ausgebucht. Mit dem Ding in der Hand sagte die Sprechstundenhilfe nur: "Setzen Sie sich doch dort drüben ins Wartezimmer". Danach hatte ich so ungefähr 30 Minuten Zeit nachzudenken. Eins kann ich auf jeden Fall sagen: Die Zeitschriften dort haben ein höheres Niveau. Ich entschloss mich auf jeden Fall einen Gang runterzuschalten. So zufällig der Termin auch mit meinem Geburtstag zusammenhing, wenn es in diesem Tempo weiterging würde ich 2 Stunden später stationär behandelt und ich hatte nicht vor diesen Tag im Kreise von Ärzten zu verbringen. 
Nun ja, ich habe mit mir selbst gewettet das der Psychotherapeut im Rahmen seiner Ersteinschätzung als erstes sicher nicht sagt: "Wie geht es Ihnen?" Wie üblich habe ich gewonnen: "Was führt sie zu uns?"

Ich bin untröstlich die geneigte Leserschaft mit einem Cliffhanger zu entlassen, als Entschädigung biete ich dafür eine Kostprobe meiner akustischen Halluzinationen. Ernsthaft, 6 Stunden Wolfsheim im Ohr in Zimmerlautstärke ist kein Spass.


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Samstag, 6. November 2010

Geburtstag

Ich hab ja am 8.11. Geburtstag, deswegen hier mal ein Wunsch von mir.



Und passend dazu noch Musik

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Donnerstag, 4. November 2010

Weltraumforschung

Zur Zeit bekämpfe ich mutierte Killerpilze im Weltraum und bereite damit bemannte Marsmissionen vor. Ok, eher die n-te Ableitung davon! Aber mal von Anfang an.
Мир 1986-2001, sie Ruhe in Frieden
Ökologische Sicherheit ist ein großes Problem in bemannten Weltraumstationen. Pilze der Gattungen Aspergillus und Penicillium fressen nämlich Kabelisolierungen durch und greifen sogar Metallverbindungen an. Dies ist seit den Tagen der russischen Raumstation Мир bekannt. Die Russen haben sogar mal die Station für 6 Monate verlassen und die Schleusen aufgemacht. Aber selbst das Hochvakuum des Weltraums, die tiefe Temperatur und das Fehlen jeglicher Atmosphäre hat das Problem nicht gelöst, sondern nur zu noch resistenteren Pilzstämmen geführt.

Es wäre also schön, wenn man einfach den Trikorder anschalten könnte und sofort weiß man, wo die Killerpilze sind. Hier mal ein frühes Modell.
lupenreiner, osteuropäischer
Demokrat
Trikorder eines Wissenschaftlers
des  23. Jahrhunderts
Bedauerlicherweise gibt es kein Gerät, was Mikroorganismen qualitativ und quantitativ bestimmen kann. Also muss es entwickelt werden. Der Prototyp steht in Bremen und besteht aus einem Sensorenarray, welches verschiedene   organische Kohlen-wasserstoffverbindungen detektieren kann.
Die Weiterentwicklung dieses Sensorenarrays bzw. dessen Nutzbarkeit zur Detektion von Weltraum-Killerpilzen ist Aufgabe eines jungen aufstrebenden Wissenschaftlers aus dem Reich dieses Herrn.
Ich, skeptisch meinen Padawan
ausbildend
Da mein junger Padawan der deutschen Sprache nicht so mächtig ist hat er mich gebeten ihm sprachlich ein wenig auszuhelfen. Die Dauer der Ausbildung wird so 4 Wochen betragen, dann dürfte die Bachelorarbeit fertig sein. 



  The force is strong with this one!





Niemals ohne Musik! Deswegen hab ich hier mal was zeitgenössisches ausgesucht. Ich muss schon sagen, Till ist ne ziemliche Rampensau.







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