Donnerstag, 21. Juni 2012

Der Herr der letzten Dinge



Auf ewig war seines Lebens Heiterkeit dahin, ihn riß ein tiefer Gram zum frühen Grabe.


Das verschleierte Bildniss zu Sais, Friedrich Schiller


Nach 4 wöchiger Wartezeit habe ich nun in der Klinik in Bad Bramstedt angerufen und mich zum Stand meines Aufnahmeverfahrens erkundigt. Nach dem ich gestern in der Verwaltung den Aktenhinweis "in ärztlicher Prüfung" erfahren habe, habe ich heute noch einmal Druck gemacht und dort nachgefragt warum es vier Wochen dauert, um fünf Blätter Akte zu lesen und zu bewerten. Außerdem habe ich noch einmal unmissverständlich klar gemacht, das es mir schlecht geht.

Und siehe da: "Wir rufen Sie zurück! Heute noch!" 2 Stunden später ruft doch tatsächlich ein Oberarzt der Klinik bei mir an und wir reden eine halbe Stunde. 

Da ich mich zum ersten Mal mit einem wirklichen Spezialisten unterhalten habe, war ich natürlich an seiner Einschätzung unseres Gesprächs interessiert. Ziemlich am Ende des Gesprächs kam er auch von selbst darauf und fragte mich erst einmal: 


"Wir kennen uns noch nicht, darf ich ehrlich zu Ihnen sein, oder soll ich es vorsichtig formulieren?"

"Nur heraus damit, mich kann nichts mehr schrecken."


"Jeder Therapeut, der mit Ihnen dieses Telefongespräch geführt hätte würde innerlich zu sich sagen: 'Oh Herr, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.' Wer mit einer solchen Machtfülle über Suizid und Tod spricht wie sie, ist der Alptraum eines behandelnden Arztes. Ich kann die Aufnahme in die Klinik nicht beschleunigen, weil die Therapieplätze sich danach richten, wer wann entlassen wird. Die Belegung liegt immer bei 100% und Einzelzimmer haben wir auch für begüterte Patienten schon lange nicht mehr. Ich rate Ihnen sich UNVERZÜGLICH bei mehreren anderen Kliniken zu bewerben und das ALLERERSTE Angebot anzunehmen."


Er bestätigte mir auch, das mein behandelnder Neurologe mir keine Psychopharmaka mehr verschreibt, weil ich ihm vorgerechnet habe das die verschriebene Gesamtmenge des Wirkstoffs die in der Arzneimittelprüfung angegebene lethale Dosis um das 4,6 fache übersteigt.

Ich übertreibe nicht, das Gespräch hat wörtlich so stattgefunden! Also wenn ein Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Gespräch mit mir das Matthäusevangelium zitiert, dann kommt man schon ins Grübeln.

Aber mir kann ja nichts passieren! Denn, wie jeder weiß, es ist der Kelch eines Zimmermanns!



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Fundstücke:

Da hab ich doch für Marge wieder einen besonderen Leckerbissen aufgetan: Wie man als Musiklehrerin Schüler fürs Cello begeistert (man beachte die gekonnte Anwendung der Jedi-Technik "Force Persuade"  am Ende des Videos)!  


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